Community Guidelines & Bewertungsrichtlinien
Regeln für faire, rechtssichere und hilfreiche Wohnungsbewertungen auf WohBe
1. Warum diese Richtlinien?
WohBe ist eine Plattform für Transparenz auf dem Wohnungsmarkt. Bewertungen helfen anderen Mieterinnen und Mietern, eine informierte Entscheidung über eine Wohnung zu treffen. Damit das funktioniert, müssen Bewertungen ehrlich, sachlich und rechtlich zulässig sein.
Diese Community Guidelines beschreiben, welche Inhalte auf WohBe erwünscht sind und welche nicht. Sie gelten ergänzend zu den AGB und der Datenschutzerklärung und sind Grundlage für Moderations- und Takedown-Entscheidungen.
2. Grundsätze fairer Bewertungen
- Eigene Erfahrung: Bewerte nur Wohnungen, in denen du selbst gewohnt hast. Hörensagen, Gerüchte oder Erlebnisse Dritter sind keine Grundlage für eine Bewertung.
- Aktualität: Dein Einzugsdatum darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. So bleiben Bewertungen aussagekräftig und aktuell.
- Sachlichkeit: Beschreibe konkret und nachvollziehbar, was du erlebt hast – Zustand der Wohnung, Nachbarschaft, Nebenkosten, Kommunikation mit der Hausverwaltung.
- Respekt: Auch wenn dein Mietverhältnis schlecht war – bleibe respektvoll. Beleidigungen und persönliche Angriffe sind kein Ersatz für Argumente.
- Transparenz über Unsicherheit: Kennzeichne Vermutungen als solche („Ich hatte den Eindruck, dass…“), statt sie als Tatsachen darzustellen.
3. Was ist erlaubt?
- Selbst erlebte Erfahrungen als Mieterin oder Mieter der bewerteten Wohnung.
- Subjektive Meinungsäußerungen zur Wohnung, Nachbarschaft, zum Gebäude oder zur Hausverwaltung (z. B. „Ich fand die Lage zu laut“).
- Sachliche Beschreibungen von Wohnungs- und Gebäudezuständen (z. B. Schimmel in einem bestimmten Raum, Heizungsausfälle, Sauberkeit im Treppenhaus).
- Nennung nachprüfbarer Tatsachen zu Nebenkosten, Internetverfügbarkeit oder Modernisierungsstand, soweit du sie selbst belegen kannst.
- Konstruktive Kritik an Hausverwaltung oder Vermieter*in, wenn sie sich auf konkrete, selbst erlebte Vorfälle bezieht.
4. Was ist verboten?
- Unbelegte Tatsachenbehauptungen – Aussagen, die du als Fakt darstellst, aber nicht belegen kannst.
- Schmähkritik und Beleidigungen – Inhalte, bei denen nicht mehr die Auseinandersetzung mit der Sache, sondern die Herabwürdigung einer Person im Vordergrund steht.
- Identifizierende Angaben zu Einzelpersonen – insbesondere Klarnamen, Fotos, Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder Wohnungsnummern von Vermieter*innen, Hausverwalter*innen, Nachbar*innen oder anderen Mietenden.
- Diskriminierende Inhalte – Äußerungen, die Personen oder Gruppen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht, sexuellen Orientierung, Behinderung, Alter oder aus sonstigen Gründen herabsetzen.
- Werbung und Spam – Verlinkungen zu kommerziellen Angeboten, Werbung für andere Plattformen oder das wiederholte Einstellen gleichartiger Bewertungen.
- Bewertungen ohne echte Mieterfahrung – Fake-Bewertungen, Gefälligkeits- oder Auftragsbewertungen, z. B. im Namen einer Hausverwaltung oder zu Lasten einer Konkurrenzwohnung.
- Drohungen, Erpressung und Aufrufe zu Rechtsverstößen – insbesondere Androhung negativer Bewertungen gegen Gegenleistung, Boykottaufrufe gegenüber Einzelpersonen oder Aufrufe zu Straftaten.
- Urheber-, Marken- oder sonstige Rechtsverletzungen – z. B. Einstellen fremder Fotos ohne Erlaubnis.
- Missbrauch mehrerer Konten – zur Umgehung von Sperren oder zur künstlichen Verstärkung einzelner Bewertungen.
5. Tatsachenbehauptung vs. Meinungsäußerung
Auf Bewertungsplattformen ist die saubere Trennung zwischen Tatsachenbehauptung und Meinungsäußerung besonders wichtig. Beide sind grundsätzlich zulässig, unterliegen aber unterschiedlichen Grenzen:
- Tatsachenbehauptungen sind Aussagen, deren Wahrheitsgehalt überprüfbar ist („Die Heizung war im Januar 2025 zwei Wochen defekt.“). Sie müssen zutreffen und im Zweifel belegbar sein.
- Meinungsäußerungen sind wertende Aussagen („Ich fand die Hausverwaltung unprofessionell.“) und genießen einen weiten Schutz durch die Meinungsfreiheit. Sie finden ihre Grenze jedoch bei Schmähkritik, Formalbeleidigung und Angriffen auf die Menschenwürde.
Formuliere wertende Aussagen erkennbar als deine Meinung („meiner Erfahrung nach“, „ich fand“, „aus meiner Sicht“). Verzichte auf Tatsachenbehauptungen, die du nicht nachweisen kannst.
6. Schutz von Einzelpersonen
WohBe bewertet Wohnungen, nicht Menschen. Bezieh dich in Bewertungen auf das Mietobjekt, das Gebäude, die Nachbarschaft und – wenn nötig – auf die Rolle („Hausverwaltung“, „Vermieterin“), nicht auf die Person.
- Keine Klarnamen von Vermieter*innen, Hausverwalter*innen, Nachbar*innen oder Mitmieter*innen.
- Keine Kontaktdaten (Telefon, E-Mail, Social-Media-Profile) Dritter.
- Keine Fotos, auf denen Dritte erkennbar sind.
- Keine Angaben, die Einzelpersonen indirekt identifizierbar machen, wenn sie für die Bewertung nicht notwendig sind.
Bei juristischen Personen (z. B. eine Hausverwaltungsfirma) ist die Nennung des Firmennamens zulässig, soweit sich die Bewertung auf deren Verhalten als Unternehmen bezieht.
7. Moderation, Meldungen und Sanktionen
- Nutzende können Bewertungen, die gegen diese Richtlinien verstoßen, über die Melde-Funktion der Plattform melden. Jede Meldung wird individuell geprüft.
- WohBe behält sich vor, Inhalte zu entfernen, zu kürzen oder nachträglich zu kennzeichnen, wenn sie gegen diese Richtlinien, die AGB oder geltendes Recht verstoßen.
- Je nach Schwere und Wiederholung eines Verstoßes kann WohBe Verwarnungen aussprechen, einzelne Funktionen einschränken oder Konten vorübergehend oder dauerhaft sperren.
- Betroffene können gegen Moderationsentscheidungen Widerspruch einlegen. Das Verfahren richtet sich nach den Vorgaben des Digital Services Act (DSA) und den ergänzenden Regelungen in den AGB.
8. Rechtliche Grundlagen
Diese Richtlinien orientieren sich insbesondere an:
- der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Bewertungsplattformen und zur Verantwortlichkeit von Host-Providern,
- der Abgrenzung von Tatsachenbehauptung und Meinungsäußerung nach Art. 5 GG und der Rechtsprechung zu §§ 823, 1004 BGB analog,
- dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht nach Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG,
- den Vorgaben der Verordnung (EU) 2022/2065 („Digital Services Act“, DSA) sowie dem Digitale-Dienste-Gesetz (DDG).
Diese Aufzählung ist nicht abschließend und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall.
9. Versionierung und Änderungshistorie
Die Community Guidelines können fortgeschrieben werden, um rechtliche Entwicklungen und Erfahrungen aus dem Betrieb der Plattform abzubilden. Änderungen werden in der folgenden Historie dokumentiert. Die jeweils aktuelle Version ist die unter dieser URL abrufbare.
- Version 1.0 – 22.04.2026
- Erste verbindliche Fassung zum OpenBeta-Start.
Stand: 22.04.2026